Dienstleistungsmarketing Blog: Dienstleistungsmarketing und Dienstleistungsprozesse

     

Thomas Scheuer

Das Auto und seine Wirkung auf Kunden

Ein glückloser Franchisenehmer klagt nun gegen die Deutsche Bahn AG. Als Betreiber eines “DB Service Store” ist er der Meinung, dass ihm die Bahn falsche Versprechen gemacht hätte. Die Bahn kontert, dass „das persönliche Auftreten des Klägers“ dem „wirtschaftlichen Erfolg des Standorts Kitzingen im Weg“ stehe. Es wirke sich „nachteilig auf die Akzeptanz bei potenziellen Kunden aus, als Betreiber eines Einzelhandelsgeschäfts in einer Region einen Pkw Porsche, der von der Mehrheit der Bevölkerung als Statussymbol angesehen wird, vor dem Geschäftsbetrieb offen zur Schau zu stellen.“ [Bericht in WiWo]
Der Mann möchte nun 80.000 Euro von der Bahn. Ich stelle mir zwei Fragen:

  1. Wieso stellt der Kioskbesitzer nicht selbst eine kleine Marktforschung an, bevor er ein so hohes Risiko eingeht und vertraut blind auf die Bahn? Das zeugt nicht von unternehmerischem Denken.
  2. Fehlen ihm die 80.000 Euro vielleicht aufgrund des Porsches (vom Betrag her könnte es stimmen)? Dann schleunigst wieder verkaufen!

Zurück zum Thema, denn da haben wir es wieder: Der erste Eindruck und seine Wirkung auf das spätere Verhalten der potenziellen Kunden. Hat der Porsche vor dem Geschäft abschreckende Wirkung? Oder greift nicht doch auch die These, dass Menschen lieber bei Erfolgreichen kaufen, denn “die anderen Marktteilnehmer können nicht irren”? Ich freue mich auf die lebhafte Diskussion - also los und kommentieren!

3. Mai 2007 (Thomas Scheuer), Kategorien: Allgemein, Dienstleistungsmarketing, Dienstleistungsprozesse,

3 Kommentare auf 'Das Auto und seine Wirkung auf Kunden'

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  1. Henning Wüst (4. Mai 2007, 07:43 Uhr) schrieb:

    Klarer Fall eines assoziativen Bruchs: Porsche passt nicht zu “DB”. Mit “DB” wird langsam, behäbig, unfreundlich, etc. assoziiert. Er hätte sich einen alten Mercedes-Diesel vor den Kiosk stellen sollen :)

  2. Michael (8. Mai 2007, 14:02 Uhr) schrieb:

    Na ja, es muss halt passen.
    Ein Kioskbesitzer sollte sich keinen Porsche vor die Tür stellen, aber ein Investment-Berater in einer alten Klapperkiste macht auch nichts her. Da denkt man gleicht: So gut kann der ja auch nicht sein, kann sich nicht mal ein anständiges Auto leisten ….

  3. Werner (24. Oktober 2007, 10:44 Uhr) schrieb:

    Hi,
    wären die Initiatoren dieses Geschäftszweiges nicht so mächtig, wären sie wahrscheinlich allesamt schon im Knast gelandet. Wie ist es sonst möglich, dass ein Konzept an Standorten angeboten wird, die schon zum Untergang verurteilt sind, bevor sie eröffnet wurden. Die vorgelegten Prognosen für “kleinere und mittlere Bahnhöfe” sind schon vor dem ersten Kontakt mit möglichen Franchisenehmern in Betrugsabsicht erstellt.

    Wie kann ein Konzept auf Bahnhöfen mit dem Konzept Tankstellen verglichen werden, wo ein völlig anderes Kundenverhalten herrscht.

    Wie soll ein meist unter Zeitdruck nervös am Fahrkartenverkauf in der Schlange stehender Bahnkunde auch noch Kunde im Store werden und warum sollte ein Pendler sich ein belegtes Brötchen für 2,50 € kaufen, womöglich noch zweimal am Tag. Was verdient man an Zeitungen. Sicher nicht die fälligen Franchisegebühren im Rahmen von 400,- bis 800,- € oder eine Pacht in der Größenordnung von 25,- €/m2. Fragen über Fragen – möchten sie noch mehr brisanten Stoff – gerne.

    Werner


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