Dienstleistungsmarketing Blog: Dienstleistungsmarketing und Dienstleistungsprozesse

     

Thomas Scheuer

Schlechtes Marketing am “Tag der Tage”

Auch ich bin dem schlechten Gewissen unterlegen und habe heute doch einen Floristen aufgesucht, um meiner Frau Blumen zu schenken. Während ich in der nicht enden wollenden Männerschlange stand, erzählte eine angestellte Floristin ganz munter, man möge doch bitte heute auf den Preis achten. Auf die Rückfrage eines anderen Betroffenen hin, äußerte sie, dass die Blumen heute teurer wären als üblich. Ungläubiges Kopfschütteln und Gelächter - denn alle haben es ja erwartet, aber dass es so offen angesprochen wird, verblüffte dann doch.

Aber was ist die Konsequenz? Ich persönlich werde genau diesen Floristen ganz bestimmt nicht mehr aufsuchen. Diese Preispolitik ist schlicht frech und die perfekte Grundlage für schlechte Mundpropaganda. Was aber wäre, wenn ein Florist damit werben würde, auf alle Blumen heute 5 % Valentinsrabatt zu geben? Das wäre sympathisch und ein echter Kundennutzen. Nicht nur, dass er am Valentinstag (auch in den Folgejahren automatisch) mehr Kunden gewinnt, das positive Image bleibt auch das Jahr über. Und - auch wenn es nicht so scheint - Männer sind weder vergesslich, noch schenken Sie nur am Valentinstag Blumen. Eine kurze Aktion (mit garantiert hoher Weiterempfehlungsquote) kann helfen, langfristig ein positives Image aufzubauen. Mein Florist hat heute aber genau das Gegenteil bewirkt - er hat sicherlich nicht nur mich dauerhaft verloren. Kurzfristiger Profit contra langfristiges Kundenwachstum; das rechnet sich nicht - und ein wenig wirtschaftliches Denken sollte auch ein Florist besitzen.

14. Februar 2008 (marketingberatung.de), Kategorien: Allgemein, Dienstleistungsmarketing,

5 Kommentare auf 'Schlechtes Marketing am “Tag der Tage”'

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  1. Oliver (15. Februar 2008, 08:14 Uhr) schrieb:

    Dieses Jahr gab’s Trinkpralinen - Schokolade wurde auch teurer, schmeckt aber besser ;-) Schokolade für die Nerven, nachdem man die Pralinenpreise gesehen hat - wohl keine echte Marktlücke, oder?

  2. Michael (15. Februar 2008, 08:29 Uhr) schrieb:

    Das ist nicht frech, sondern dumm, richtig dumm.
    So kann man denken, evt. auch handeln, aber niemals reden ….

  3. Monika Meurer (15. Februar 2008, 09:07 Uhr) schrieb:

    Man weiß ja, dass die Preise erhöht werden. Der Sprit wird auch an Ostern wieder teurer. Eigentlich war die Verkäuferin nur ehrlich, was ich wiederum gut finde. Ehrliche Verkäufer oder Händler sind wir wesentlich lieber. Ist doch gut, dass diese Verkäuferin es zugibt und sogar Ihre Kunden “warnt”.

    Cool wäre natürlich der Florist, der damit wirbt, dass er an Valentinstag und Muttertag nicht die Preise erhöht!!

  4. Nas (15. Februar 2008, 19:29 Uhr) schrieb:

    Also im CRM ist bei der Interaktion Offenheit im Informationsverhalten sehr zu würdigen, und wenn alle am 14.02 die Preise erhöhen dann hat der den größeren Nutzen der mit Infos ehrlich umgeht und anspricht > schaft vertrauen.
    Jedoch stimme ich dir vollkommen zu das es gradezu eine Beleidigung darstellt die Preise an dem einem Tag zu erhöhen!!
    >> Jedoch aus Spieltheoretischer sich ist dich doch zu erklären, denn wenn alle die Preise erhöhen dies aus bewusst geschieht, und immer wieder widerholt wird, dann beginnt man einen Preiskampf, denn andere Blumenläden werden nachziehen (z.B. am 12.02 nächsten jahres angeben das sie die Preise für den 14.02 senken ;)
    Spieltheorie > Triggastrategie

    >>> ich denke damit holen die Floristen das meiste raus da bekannt ist das die Zahlungbereitschaft an besagten Tagen höher ist und abgeschöpft werden kann.
    >>> Vorteile sollten also nicht über Preis sondern über andere DL generiert werden… somit ist die Entscheidung es offen zu sagen schon die richtige …

  5. Volker (10. März 2008, 19:16 Uhr) schrieb:

    wie haben wohl die Einkaufspreise zum Valentinstag ausgesehen ? Die werden sicherlich nicht nach unten gegangen sein - im Gegenteil: große Nachfrage, höherer Preis auch im Einkauf.


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